Vertrauen schaffen durch Kommunikation: Wege aus der Krise

Erschienen am: 5. März 2020

In den vergangenen zehn Jahren war Deutschland in puncto wirtschaftlicher Performance so etwas wie die Insel der Glückseligen. Während in anderen EU-Ländern und weltweit Wirtschaftskrisen tobten, herrschte hierzulande fast Vollbeschäftigung und die Wirtschaft wuchs. Kurzum: Es herrschte ein Klima, in dem es Stakeholdern nicht schwerfällt, Unternehmen und ihrem Management zu vertrauen. Doch wie lässt sich das Vertrauen auch in Krisenzeiten erhalten und vielleicht sogar erhöhen? Die Antwort lautet: Vertrauensbasierte Führung und Kommunikation, wie Michael Mollenhauer, Managing Partner der mmc AG, in diesem Beitrag verdeutlicht.

Veränderungsdruck steigt

Spätestens wenn die Krise in den Unternehmen angekommen ist, ist es Zeit zu reagieren: Veränderungen müssen dazu beitragen, Fortbestand und Entwicklung des Unternehmens sowie Umsätze, Profitabilität und Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern. Dafür sind einerseits Investitionen in Innovationskraft und Vertrieb notwendig. Andererseits kommen Unternehmen auch nicht umhin, Geschäftsmodelle zu verändern und die Leistungsbereiche neu zu strukturieren.

Erhöhte Komplexität

Zusätzlich: Die Komplexität unserer Umwelt steigt. Internationale Verflechtungen nehmen zu, Handel und konjunkturelle Zyklen folgen immer seltener festen Gesetzmäßigkeiten. Die Digitalisierung mit ihrem gesteigerten Vernetzungsgrad und der erhöhten Innovationsgeschwindigkeit sorgen ebenfalls für Unsicherheit. Immer häufiger müssen Entscheidungen unter Unsicherheit und Risiko getroffen werden. Umso wichtiger ist, dass Alle an einem Strang ziehen. Die notwendige Basis dafür ist ein gutes Vertrauensklima.

Vertrauen schaffen durch Kommunikation

Geschäftsmann dreht einen Buchstabenwürfel und verändert den Schriftzug "Impossible" zu "It's possible"

Veränderungen können nur funktionieren, wenn sie auf der richtigen Kommunikation aufbauen. (Bild: © ilkercelik / stock.adobe.com)

Wenn unter Druck Veränderungen in Unternehmen initiiert werden, dann ist die Rolle von CEO, Vorstand und mittlerer Führungsebene entscheidend. Sie sind es, die die Veränderungsprozesse mitgestalten und die Mitarbeiter auf dem Weg mitnehmen müssen. Dafür bedarf es kommunikativer und sozialer Kompetenzen.

Die oberste Führungsebene muss zum „Storyteller in Chief“ werden, um glaubhaft Wege aus der Krise vermitteln zu können. Dabei gilt es, alle Stakeholder mit einzubeziehen und die Kommunikationsweisen individuell auf diese abzustimmen.

Kommunikationswege

Zur Kommunikation eignen sich alte und bewährte Wege wie Townhall Meetings oder Workshops. Sie sollten aber durch neue virtuelle Kommunikationsmittel ergänzt werden, wie zum Beispiel

  • Social Media
  • Gamification-Tools wie Apps und Spiele
  • Live-Feedback-Tools.

Top-Down: Regelmäßig Fortschritte kommunizieren

Erzielte Fortschritte sollten regelmäßig gegenüber den Stakeholdern kommuniziert werden. Doch das reicht nicht: Diese müssen auch spürbar werden. Nur wer von Neuerungen auch profitiert, kann Veränderungsprozesse mit unterstützen und eventuelle Einschnitte verschmerzen, ohne dass Konflikte entstehen. Der Gewinn für das Gesamtunternehmen muss für alle im Vordergrund stehen.

Bottom-up-Kommunikation sorgt für Beteiligung und Vertrauen

Doch intakte Kommunikation funktioniert sowohl top-down (also von der Leitung zu den Mitarbeitern), als auch bottom-up. Alle Hierarchieebenen müssen durch entsprechende Kommunikationswege die Chance haben, ihre Erfahrungen, Wünsche und Bedürfnisse in den Konsolidierungs- bzw. Veränderungsprozess einzubringen. Durch offene und hierarchieübergreifende Kommunikationskanäle wird dem Einzelnen ermöglicht, gestalterisch tätig zu werden und eigene Vorstellungen miteinzubringen. Dies wiederum fördert das Vertrauen in die Organisation und das Commitment gegenüber dem Unternehmen.

Führungskräfte müssen Vorbilder sein

Gerade in schwierigen Zeiten müssen Führungskräfte aber auch authentisch als Vorbilder agieren. Sie müssen mit gutem Beispiel vorangehen und beispielsweise eine neue, agile Führungskultur durch ihr eigenes Führungsverhalten vorleben. Führungskräfte sollen persönliches Engagement zeigen und notwendige Veränderungen aktiv umsetzen. Dazu müssen sie

  • Offenheit für Feedback und Kritik an den Tag legen,
  • Transparenz vorleben,
  • kommunikative Fähigkeiten besitzen, um Mitarbeiter miteinzubeziehen.

Nur wenn die Führungsebene vollumfänglich hinter den gesteckten Zielen und den Maßnahmen, die zu ihrer Erreichung notwendig sind, steht, kann ein Unternehmen das Vertrauen der Stakeholder erhalten und einen erfolgreichen Konsolidierungskurs fahren.

Dieser Artikel wurde verfasst von Michael Mollenhauer, Managing Partner der mmc AG.