Kooperation muss auf Vertrauen basieren

Erschienen am: 29. Oktober 2018

Unternehmen müssen vielfach mit steigender Komplexität umgehen können, um die Anforderungen heutiger Märkte und ihrer Akteure zu erfüllen. Oft ist das Eingehen von Unternehmenskooperationen ein probates Mittel, um die eigene Wettbewerbsposition zu stärken.  Eine Kooperation kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn die Partner sich gegenseitig vertrauen können. Wie vertrauensvolle Kooperation gelingt und wie Unternehmen von einem guten Vertrauensklima profitieren, beschreibt Michael Mollenhauer (Managing Partner der mmc AG) in seinem heutigen Blogbeitrag.

Fortschritt bedeutet Komplexitätssteigerung

Gesteigerte Komplexität ist ein Zeichen des Fortschritts. Komplexe Zusammenhänge lassen sich kaum bis gar nicht durchschauen, da die Wechselwirkungen zwischen Ursache und Wirkung nicht klar sind. Verschiedene Auslöser erzielen im Zusammenspiel ungeahnte Wirkungen. Dies zeigte z.B. die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008: Einfache politische oder wirtschaftliche Lösungen waren nicht möglich. Die Entwicklung lief aus dem Ruder und es dauerte Jahre, bis wieder eine Art Normalzustand hergestellt war. Gleichzeitig wuchs das Ausmaß an Regulierungen, die vielfach von den Akteuren und den Verbrauchern in ihre Gänze nicht durchschaut und verstanden werden. Hinzu kam: Die Bürger verloren das Vertrauen in die Finanzmärkte und ihre Institutionen. Dieses wiederherzustellen ist bis heute nicht vollständig gelungen.

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Kooperation ist ein Weg, um mit der steigenden Komplexität umzugehen. (Bild: alphaspirit / Fotolia.com)

Kooperation kann die Wettbewerbsposition verbessern

Globale Entwicklungen wie die Digitalisierung und die immer stärkere Verflechtung der Märkte wirken sich auf nahezu alle Unternehmen aus. Um der steigenden Komplexität zu begegnen, bilden Unternehmen strategische Allianzen und Kooperationen. Denn mit Komplexität und Verflechtung steigt auch der Konkurrenzdruck auf die Unternehmen. Schneller, besser und flexibler müssen sie werden, wenn sie heute bestehen wollen. Kooperationen durch langfristige Verträge und strategische Allianzen dienen daher in erster Linie dazu, die Wettbewerbspositionen der Partner zu verbessern.

Transparenz schafft Vertrauen

Wenn Unternehmen und Geschäftspartner eine Kooperation eingehen, dann beinhaltet das auch Herausforderungen. Da prallen zwei oder sogar mehrere Unternehmens- und Kommunikationskulturen mit ihren versteckten Codes aufeinander. Missverständnisse können die Folge sein und damit Verwerfungen. Zu Beginn einer Kooperation lohnt es sich deshalb für alle Beteiligten, den konstruktiven Dialog miteinander zu suchen. Wer hier am Anfang Zeit investiert, profitiert später. Denn Kommunikation schafft Transparenz und Verständnis – die Basis für ein Vertrauensverhältnis.

Vertrauensvorschuss gewähren

Schließlich ist es ein risikoreiches Unterfangen, jemandem Vertrauen entgegenzubringen – im Geschäftsleben vermutlich noch mehr als im privaten Bereich. Man spricht deshalb von einem Vertrauensvorschuss, den man einem Geschäftspartner oder einem Unternehmen gewährt. Der andere muss sich dann des Vertrauens würdig erweisen, um es weiterhin zu genießen.

Interne Vertrauenskultur schafft günstige Kooperationsvoraussetzung

Wenn Unternehmen bereits intern eine Vertrauenskultur leben, dann fällt es ihnen auch leichter, diese mit ihren Kooperationspartnern umzusetzen. Denn Vertrauen braucht bestimmte strukturelle Voraussetzungen. Wie die Wissenschaftlerin Antoinette Weibel, die auch dem Wissenschafts-Beirat des von der mmc AG mitbegründeten Trust Management Institus e.V. angehört, herausgefunden hat, ist vor allem das Verhalten der mittleren Führungsebene ein wichtiger Faktor für das Vertrauensklima in Unternehmen. Sie kann es aktiv fördern durch

  • die Schaffung einer vertrauensfördernden Umgebung
  • das aktive Vorleben von Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern
  • respektvollen und höflichen Umgang mit den Mitarbeitern
  • Offenheit für die Probleme der Mitarbeiter
  • Leisten eines Vertrauensvorschusses gegenüber den Mitarbeitern

Vertrauen und Kontrolle müssen in Balance sein

Kontrolle ist eine Technik, Vertrauen eine menschliche Qualität. Vertrauen in Systeme erfordert, dass man sich auf die Funktionsfähigkeit und Sicherheit eben dieser Systeme verlassen können muss. Das bedarf der Kontrolle. Vertrauen ohne Kontrolle ist eine Illusion. Die Leitlinie heißt: Kontrolle so viel wie nötig – Vertrauen so viel wie möglich. Das Prinzip der vertrauensbasierten Führung hilft, diese Balance zu erreichen, sie auf ein höheres Niveau zu bringen und zu halten.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dann neigen auch die Mitarbeiter dazu, dem Unternehmen und ihren Vorgesetzten zu vertrauen. Das Vertrauensklima wächst und wirkt sich positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit und damit auf die Motivation aus. Unternehmen, die bereits intern aktiv an ihrem Vertrauensklima arbeiten, sind besser in der Lage, dieses auch in Kooperationen zu verwirklichen und Partnerschaften somit zum Erfolg zu führen. Vertrauen lohnt sich also sowohl auf der zwischenmenschlichen als auch auf der ökonomischen Ebene.

Stellen Sie Ihre Kooperationen auf den Prüfstand mit unserem Checkup Kooperationen!

Dieser Beitrag wurde verfasst von Michael Mollenhauer, Managing Partner der mmc AG.