Ist Ihre Wertschöpfungsstrategie zukunftsorientiert?

Erschienen am: 17. September 2018

Unternehmen Globale politische und wirtschaftliche Entwicklungen, disruptive Veränderungen wie die digitale Revolution und daraus resultierende Unsicherheiten setzen die Wertschöpfungsstrategie vieler Unternehmen unter Druck. Höchste Zeit, die eigene Wertschöpfungsstrategie auf Zukunftsfähigkeit hin zu überprüfen und sie fit zu machen für die neuen Rahmenbedingungen. Dabei hilft Ihnen unsere Checklist für eine nachhaltige und zukunftsfähige Wertschöpfungsstrategie.

Unsicherheiten nach wie vor vorherrschend

Die Euro-Krise ist zwar aus den Medien weitgehend verschwunden, Griechenland konnte im Sommer dieses Jahres den Rettungsschirm verlassen und darf nun wieder eigenständig seine Finanzgeschäfte bestimmen. Die deutsche Wirtschaft brummt und die Unternehmen zeigen sich laut ifo-Geschäftsklimaindex optimistisch.

Dennoch bestimmen Unsicherheiten die europäische und internationale wirtschaftliche Entwicklung: Italien steckt nach wie vor tief in einer Wirtschaftskrise, gegen Russland sind immer noch Wirtschaftssanktionen in Kraft, US-Präsident Trump schürt mit seiner „America-first“-Rhetorik Verunsicherung und bricht Handelsstreitigkeiten (die mit der EU haben derzeit eine Pause) vom Zaun, das Atomabkommen mit dem Iran steht nach dem Ausstieg der USA auf der Kippe und könnte weitere Sanktionen und Embargos nach sich ziehen.

Die Rahmenbedingungen sind also alles andere als verlässlich. In puncto langfristiger Planbarkeit herrscht Fehlanzeige.

Komplexität steigt

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Steigende Komplexität sorgt für Unsicherheit. (Bild: © adam121| Fotolia)

Allerdings ist dies keine neue Entwicklung. Mit zunehmender Verflechtung von Handels-, Wirtschafts- und Finanzbeziehungen, mit dem Entstehen neuer großer Player infolge der Globalisierung sowie mit den immer schnelleren Innovationszyklen, die sich durch die Digitalisierung stark beschleunigt haben, ist die Welt komplexer geworden. Wertschöpfungsstrategien müssen sich an diese Komplexität anpassen, wenn das Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich am Markt bestehen soll.

Checklist: Ist Ihre Wertschöpfungsstrategie zukunftsfähig?

Um herauszufinden, ob Ihre Wertschöpfungsstrategie noch zukunftsfähig ist, stellen Sie sich diese fünf Fragen:

1.      Ist Ihr Geschäftsmodell noch zeitgemäß?

Die Geschäftsmodelle vieler Unternehmen sind heute nicht mehr erfolgreich. Infolge der Globalisierung kommen niedrigpreisige Produkte auf den Markt. Neue Materialien und Technologien, die Rechenleistung moderner Großrechner und das Internet sorgen dafür, dass etablierte Unternehmen unter Druck geraten.

Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle deshalb so überarbeiten, dass sie den Kundennutzen in den Mittelpunkt stellen und einzigartigen Mehrwert bieten. Nur so können auch hochpreisige Produkte aus europäischen Unternehmen am Markt konkurrenzfähig bleiben und zum Marktführer werden. Preiskampf als Geschäftsmodell hat – in unseren Breiten – ausgedient.

2.      Ist Ihr Unternehmen innovativ?

Nur Unternehmen, die Innovationen und Veränderungen positiv gegenüberstehen und die notwendige Expertise zur Entwicklung innovativer Angebote haben, können langfristig erfolgreich sein. Um dies zu verwirklichen gilt es zunächst, eine Kultur zu etablieren, die Innovationen begrüßt. Beispielsweise durch die Schaffung transparenter Informationsstrukturen, die Vernetzung von Abteilungen und Hierarchieebenen sowie eine offene Fehlerkultur.

Durch Methodenschulungen und Weiterbildungen können Mitarbeiterkompetenzen entsprechend entwickelt werden. Denn Kreativität und Ideengenerierung sind keine angeborenen Talente, sondern fußen auf wissenschaftlich erprobten Methoden und Konzepten. Durch eine systematische Vorgehensweise können bestehende Leistungsangebote überprüft und modernisiert werden.

3.      Stellt Ihr Unternehmen den Kunden in den Mittelpunkt?

Erfolgreiche Unternehmen stellen den Kunden, seine Bedürfnisse, Wünsche, Herausforderungen und Probleme in den Mittelpunkt ihres Angebots. Sämtliche Angebote müssen aus der Perspektive des Kunden heraus entwickelt werden, um für ihn einen Mehrwert zu generieren. Dabei hilft die Anwendung agiler Methoden, die das Kundenfeedback in die Produktentwicklung mit einbeziehen.

Hinzu kommt die Gesamtausrichtung des Unternehmens an den Bedürfnissen des Kunden: Alle Touchpoints müssen so optimiert werden, dass sie dem Kunden ein ideales Erlebnis mit dem Unternehmen bieten.

4.      Ist Ihr Unternehmen international konkurrenzfähig?

Wie schon gesagt: Im Preiskampf fällt es Produkten aus den Hochlohnländern schwer, zu bestehen. Moderne Unternehmen und Geschäftsmodelle müssen deshalb über den Kundennutzen und innovative Angebote ihre Marktposition stärken.

Nichtsdestotrotz lohnt es sich auch an kosteneffizienten Lösungen zu arbeiten. Dies geht oft mit schmerzhaften Prozessen einher, da grundlegende Annahmen, Aufgaben- und Rollenverteilungen sowie der Ressourceneinsatz in Frage gestellt werden. Doch nur so lassen sich Produkte und Prozesse optimieren, die Qualität steigern und die Kosten senken.

5.      Kann Ihr Unternehmen Kerngeschäft und Innovation vereinen?

Nur auf Innovationen zu setzen und alles, was lange Zeit gut funktioniert hat, über Bord zu werfen, wäre jedoch der falsche Weg. Für eine nachhaltige Wertschöpfungsstrategie müssen sowohl das traditionelle Kerngeschäft als auch die Spielwiese für Innovationen existieren und funktionieren.

Dieses Organisationsprinzip der Ambidextrie macht Unternehmen erfolgreich: Während das traditionelle Kerngeschäft für den Cashflow sorgt, das den Betrieb aufrechterhält, Investitionskosten, Produktions- und Personalkosten im Heute abdeckt, sorgen die kreativen Köpfe für neue Ideen und entwickeln Innovationen für die Zukunft – die vielleicht der nächste große Renner werden.

Aufgabe von Führungskräften ist es hier, den geeigneten Führungsstil für die jeweilige Aufgabe zu finden und Konflikte zwischen den Bereichen zu vermeiden bzw. zu lösen. Denn sowohl Kerngeschäft als auch Innovationen sind wichtig für die Zukunft des Unternehmens und müssen deshalb die gleiche Wertschätzung erfahren.

Der Beitrag wurde verfasst von Michael Mollenhauer, Partner der mmc AG.

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