Digitale Transformation ist mehr als nur Technik

Erschienen am: 23. November 2017

Wenn Angela Merkel von der Digitalisierung spricht, dann meint sie damit meistens Breitbandausbau und die Einführung von neuen Technologien. Das ist sicher ein Teil der digitalen Transformation – aber längst nicht der, der die größte Herausforderung für die Unternehmen darstellt. Denn digitale Transformation bedeutet eben nicht nur „schnelleres Internet“ und elektronische Warenerfassungssysteme. Sie hat auch weitreichende Folgen für die Unternehmenskultur und den Umgang der Mitarbeiter untereinander, aber auch auf die Schnelligkeit von Produktinnovationen. Damit die digitale Transformation gelingt, braucht es also mehr als „nur“ Infrastruktur.

Vertrauen schaffen

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Digitale Transformation und Vernetzung haben Auswirkungen auf die Unternehmenskultur. (Bild: © foxyburrow – Fotolia.com)

Die Digitalisierung hat weitreichende Folgen für die Art, wie wir miteinanderkommunizieren und wie wir (zusammen-)arbeiten.

Durch digitale Kommunikationsmöglichkeiten wie ein Social Intranet wird die Kommunikation zwischen Mitarbeitern und ganzen Abteilungen, aber auch mit Kunden und mit Lieferanten einfacher, schneller und vor allem: direkter. Das gilt noch viel mehr, wenn wir an Social Media denken: Mitarbeiter können sich schnell und einfach dort äußern – auch über den Arbeitsplatz, ihre Aufgaben, Führungskräfte oder die Unternehmenskultur. Das konnten sie früher auch – aber nicht öffentlich. Der so genannte Cheffilter ist damit ausgehebelt: Was über das Unternehmen nach draußen gelangt, wird nicht mehr von der Führungsetage abgesegnet. Kommunikation über das Unternehmen wird absolut authentisch.

Wissen teilen

Unternehmen können das für sich nutzen, zum Beispiel wenn es um die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern geht. Sie müssen sich dafür aber von der Idee verabschieden, alles kontrollieren zu wollen, weil es schlicht nicht mehr möglich ist. Wichtig ist deshalb eine Unternehmenskultur, die auf Vertrauen basiert und auf einer transparenten Informationspolitik basiert. „Wissen ist Macht“ – das stimmt auch heute noch. Aber moderne Unternehmen sind erfolgreich, weil sie Wissen und damit Macht teilen und nicht in den Chefetagen konzentrieren.

Flexibler arbeiten

Digitale Systeme ermöglichen außerdem ein flexibleres Arbeiten. Wenn über VPN oder das Social Intranet kommuniziert werden kann, wird Arbeit zunehmend unabhängig von Zeit und Ort. Flexible Arbeitszeitmodelle nehmen daher zu – Arbeitszeitmodelle, die sich auf individuelle Bedürfnisse abstimmen lassen. In vielen Unternehmen herrscht aber noch immer die „Kultur der Anwesenheit“: Wer da ist, arbeitet auch. Dass effektives Arbeiten nicht unbedingt etwas damit zu tun hat, wo man seinen Bürostuhl stehen hat, dürfte allerdings einleuchtend sein.

Schneller innovieren

Neben den klassischen HR-Themen wie Mitarbeiterführung und Arbeitsorganisation hat die digitale Transformation aber auch gravierende Auswirkungen auf Innovationszyklen, die sich rasch beschleunigt haben. Unternehmen müssen mit diesen Prozessen Schritt halten, wenn sie langfristig am Markt bestehen wollen. Die Auswirkungen sind weitreichend: Projektmanagement-Methoden müssen angepasst werden. Statt so lange herumzutüfteln, bis das fertige Produkt fehlerfrei und marktreif entwickelt ist, müssen Neuerungen schnell auf den Markt kommen. In kurzen Testphasen mit Kundenfeedback werden sie immer weiter optimiert und so optimal auf deren Bedürfnisse abgestimmt.

Fehler zulassen

Der „Preis“ der Schnelligkeit sind allerdings Fehler. Wenn schnell gearbeitet wird und viele Produkte entwickelt, dann bedeutet das auch, dass nicht alle den Weg bis zur Marktreife schaffen. Das darf nicht als Scheitern an den Pranger gestellt werden, sondern muss als wichtiger Lerneffekt verstanden werden. Ein offener Umgang mit Fehlern (denn man lernt nicht nur aus den eigenen, sondern auch aus denen der anderen) ist deshalb Pflicht für Unternehmen, die auch in der digitalisierten Welt erfolgreich sein wollen.

Wie ist es um die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen bestellt? Machen Sie hier den Check-up: http://www.mmc.ag/uber-uns/check-ups/check-up-digital-age/

Der Beitrag wurde verfasst von Michael Mollenhauer, mmc Partner und Vorstand der mmc AG.