Agilität und Strategie müssen sich gegenseitig ergänzen

Erschienen am: 25. Juni 2018

Unternehmen müssen heute anpassungsfähig und flexibel sein, wenn sie konkurrenzfähig bleiben wollen. Agilität ist dabei der Schlüssel zum Erfolg – die Umsetzung agiler Methoden beinhaltet aber auch einen Wandel der Unternehmenskultur und das Ausbrechen aus liebgewonnen Routinen. All das darf nicht ohne eine übergeordnete Strategie verfolgt werden, sonst droht die Firma im Chaos zu versinken.

Agile Unternehmen sind flexibler

Agilität wird im Management als wichtige Voraussetzung für den Erfolg in der VUCA-Welt gesehen. Märkte werden volatiler, Innovationen krempeln von heute auf morgen alles um und Kundenwünsche sind immer schwerer vorherseh- und analysierbar. Agilität wird damit zur wichtigen Erfolgsvoraussetzung: Nur, wenn Unternehmen in der Lage sind, schnell und flexibel auf Marktveränderungen und Kundenwünsche zu reagieren, können sie langfristig erfolgreich sein.

Agilität im ganzen Unternehmen verankern

Nur agile Methoden im Projektmanagement zu etablieren funktioniert aber leider nicht. Für Unternehmen kann die Umsetzung von Agilität eine große Herausforderung sein. Denn Agilität bedeutet neben dem Einsatz von Methoden wie SCRUM, Kanban oder Design Thinking auch, dass

  • Entwicklungsteams selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten können und Freiräume genießen,
  • Führungskräfte sich als Coaches sehen und auf individuelle Bedürfnisse und Fähigkeiten der Mitarbeiter eingehen (mitarbeiterzentriertes Führungsverständnis),
  • Organisationsstrukturen agil und vernetzt gestaltet werden,
  • Kundenzentrierung im Unternehmen in allen Prozessphasen konsequent umgesetzt wird.

Umsetzung von Agilität

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Wer Veränderungen wagt, profitiert. (Bild: © fotogestoeber – fotolia.com)

Die konsequente Umsetzung von Agilität bedeutet also in den meisten Fällen auch einen Wandel der Unternehmenskultur. Strikte Hierarchien und Abteilungssilos behindern die Umsetzung von Agilität. Viele Unternehmen wissen zwar um die Bedeutung von Anpassungsfähigkeit und Schnelligkeit, die sie durch die Umsetzung agiler Methoden erzielen könnten. Dennoch hapert es häufig bei der praktischen Umsetzung. Rund ein Viertel der befragten Führungskräfte im Hays Report 2018

hat noch nie von Methoden wie Design Thinking, Innovationslaboren und Lean Startups gehört. Nur etwa 23 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzen agile Methoden wie Design Thinking oder Lean Kanban bereits.

Klare Regeln vermeiden Konflikte

Auch deshalb sind Teams und Führungskräfte mit der Umstellung auf Agilität oft überfordert. Eine offene Kommunikationskultur, bei der jeder Kritik auch von in der Hierarchie gleich- oder sogar niedriger Gestellten aushalten muss und kann, kann erstmal Konflikte heraufbeschwören. Auch in agilen Unternehmen können hier feste Regeln Abhilfe schaffen: Urlaub, Gehälter und Arbeitszeiten sollten klar definiert sein.

Übergeordnete Strategie weiterhin notwendig

Agilität beinhaltet zwar Eigenverantwortung und Freiräume für die Mitarbeiter. Viele Aufgaben werden direkt in den jeweils verantwortlichen Teams besprochen und definiert. Das bedeutet aber nicht, dass es keiner Personalführung oder einer übergeordneten Strategie mehr bedarf. Auch in agilen Unternehmen ist ein strategisches Zielbild Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg. Auch hier muss jemand das unternehmerische Risiko übernehmen und demzufolge auch die Richtung vorgeben und entsprechende Entscheidungen treffen. Gerade für Unternehmen, die sich hin zur agilen Organisation wandeln, besteht die Gefahr, über‘s Ziel hinauszuschießen und sich im „Klein-Klein“ der Projektstrukturen zu verlieren. Entscheidend ist, das große Ganze nicht aus dem Blick zu verlieren und eine (agile) Strategie für das Gesamtunternehmen zu verfolgen.

Sie interessieren sich für Agile Management und die Umsetzung in Unternehmen? Lesen Sie auch unsere Beiträge über Agiles Controlling, und Agile Management.

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Dieser Beitrag wurde verfasst von Thomas Ring, Partner und Vorstandsvorsitzender der mmc AG.