Agiles Projektmanagement: Ist neu wirklich besser?

Erschienen am: 5. Juni 2018

Agiles Projektmanagement gilt heute schon fast als Standard. Wer noch nach der „alten“ Wasserfall-Methode arbeitet, der scheint heillos von gestern zu sein. Doch welche Vorteile hat agiles Projektmanagement tatsächlich im Vergleich zu klassischen Projektmanagement-Methoden? Und wie ist es tatsächlich um die Umsetzung von agilem Projektmanagement bestellt?

Vorteil Flexibilität

Agiles Projektmanagement hat gegenüber der klassischen Wasserfall-Methode einen entscheidenden Vorteil: Flexibilität. Agile Methoden gehen in Iterationen vor, das bedeutet, Schritt für Schritt. Nach jedem Schritt können Anpassungen an der Zielsetzung und an der Umsetzung des Projektes vorgenommen werden. So können Mitarbeiter und Verantwortliche auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren und Kundenfeedback berücksichtigen.

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Agilität ist auf dem Vormarsch. (Bild: © relif- Fotolia.com)

Agile Methoden auf dem Vormarsch

Ursprünglich stammt das agile Vorgehen aus der Software-Entwicklung und auch heute ist es am stärksten in IT-nahen Bereichen vertreten: In der Software-Entwicklung sind 90 Prozent der Projekte agil organisiert, in IT-nahen Bereichen sind es 41 Prozent. In Projekten ohne IT-Bezug arbeiten 21 Prozent agil. Das zeigte die Studie zur Nutzung und Verbreitung agiler Methoden „Status quo Agile“, die die Hochschule Koblenz 2015 durchführte. Befragt wurden dazu 600 Teilnehmer aus 30 verschiedenen Ländern (der Großteil stammte mit 68 Prozent aus der DACH-Region) und Unternehmen verschiedener Größe.

Agiles Projektmanagement ist effizienter

Die Studie zeigte aber auch: Die wenigsten, die agiles Projektmanagement umsetzen, verlassen sich ausschließlich auf diese Methode. Der Großteil setzt auf Mischformen und geht teilweise nach klassischen, teilweise nach agilen Methoden vor. Lediglich 21 Prozent der Teilnehmer gaben an, agile Methoden in Reinform anzuwenden. Allerdings würde sich die Komplettumstellung wohl auszahlen: Denn der Vergleich der selektiven Anwender von agile Management mit den Puristen zeigte, dass letztere erfolgreicher waren bei der Projektumsetzung. Dennoch: ein bisschen agil ist besser als gar nicht agil. Sowohl die Projektergebnisse als auch die Effizienz des Projektmanagements stieg mit der Nutzung agiler Methoden. Die am häufigsten eingesetzten Methoden sind Scrum und Kanban.

Agil auch bei der Strategieentwicklung

Die Sprints, während derer auf Teilergebnisse hingearbeitet wird, dauern dabei in der Strategieentwicklung deutlich länger als in IT-Projekten, nämlich durchschnittlich vier Monate (im Vergleich zu 14 Tagen). Zwischen Sprints folgen Feedback-Schleifen, in denen die Teams neuen Input und Feedback bekommen. Auch bei der Strategieentwicklung sind also Iterationen das entscheidende Merkmal. Das typische agile Vorgehen bei der Strategieentwicklung sieht so aus:

  • Quick Scan gibt kurzfristigen Aufschluss über den Status quo
  • Entwicklung von Hypothesen
  • bei Bedarf gezielte Detailanalysen
  • Must-Win-Battles als strategische Initiativen

Der Prozess wird damit viel transparenter, verschiedene Sichtweisen und Meinungen fließen mit ein. Strategieentwicklung wird zum Prozess, der alle Mitarbeiter miteinbindet, statt hinter verschlossenen Türen ausgeklüngelt zu werden. Neben der gesteigerten Effizienz ist damit auch eine höhere Akzeptanz und größere Motivation ein entscheidender Vorteil agiler Methoden.

Der Beitrag wurde verfasst von Andrea Mollenhauer, Managing Partner der mmc AG.

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