Winning Team oder Sabotage-Truppe? Diversity ist Pflicht bei der Teambesetzung

Erschienen am: 1. Februar 2018

Die Besetzung von Teams ist eine Wissenschaft für sich. Denn nur wenn die Mitglieder optimal zusammenarbeiten wird aus vielen Einzelkämpfern ein echtes Team – ein Ganzes, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Bei der Zusammensetzung sollten Führungskräfte vor allem auf Diversity achten, um möglichst große Perspektiven- und Wissensvielfalt zu vereinen. Aber Vorsicht: Auch hier lauern Stolperfallen, die aus einem Winning Team eine Sabotage-Truppe machen können.

Diversity: Viele Perspektiven für kreative Problemlösungen

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Je bunter desto besser: Teams, die nach dem Diversity Grundsatz besetzt werden, arbeiten effektiver. (Bild: © pict rider – Fotolia.com)

Teams suchen Lösungen für Probleme aller Art. Idealerweise kommen deshalb möglichst viele verschiedene Perspektiven zum Tragen, wenn es um kreative Ansätze geht. Denn ein alter Mann hat nun mal einen ganz anderen Blickwinkel auf die Welt als eine junge Frau. Ein Jurist sieht andere Probleme als die Ingenieurin. Der Programmierer legt auf andere Punkte Wert als der Designer und so weiter und so fort. Bei der Zusammensetzung von Teams sollte deshalb Vielfalt herrschen und zwar hinsichtlich

  • Alter
  • Geschlecht
  • Religionszugehörigkeit
  • Herkunft
  • Charaktereigenschaften
  • professionelle Ausbildung
  • Funktion im Unternehmen

Vielfalt ist eine Bereicherung – sowohl für die Gesellschaft, als auch für die Unternehmen. Denn wer auf gemischte Teams setzt, der erwirtschaftet auch bessere Ergebnisse, ist innovativer und damit am Markt erfolgreicher.

Diversity-Faultline-Ansatz: Warum manche Teams Bruchlinien haben

Die Kritik am Diversity-Ansatz ist jedoch so alt wie der Ansatz selbst. Mitunter zeigt sich nämlich, dass trotz Vielfalt im Team die produktiven Ergebnisse ausbleiben. Ja, dass Diversity gar zum Hemmschuh einer positiven Bilanz werden kann. Eine Erklärung für diesen vermeintlichen Widerspruch gibt der Diversity-Faultine-Ansatz, der zeigt, wie man aus einem gemischten Team verlässlich eine Sabotage-Truppe macht.

Entscheidend bei der Besetzung heterogener Teams ist nämlich, dass die oben genannten Merkmale möglichst zufällig auf die Team-Mitglieder verteilt sind. Konkret bedeutet das: Ein Team, das aus drei mittelalten Juristen und zwei jungen Ingenieurinnen besteht, ist kontraproduktiv. Denn diese Konstellation führt zur Subgruppenbildung. Die jungen, weiblichen Ingenieurinnen tauschen sich in erster Linie untereinander aus. Sie fragen sich gegenseitig um Rat, gehen gemeinsam in die Mittagspause, treffen sich vielleicht sogar privat. Ebenso die Juristen zwischen 40 und 50. Es entstehen zwei Gruppen innerhalb des Teams, die nicht zusammenarbeiten, sondern in Konkurrenz zueinander stehen. „Wir“ gegen „Die“ ist dann die Devise. Die fatalen Folgen:

  • schlechter Teamzusammenhalt
  • stockender Informationsfluss
  • langwierige Abstimmungsprozesse
  • Missverständnisse
  • Konflikte

Und es kommt noch schlimmer: Teams mit einer starken Diversity-Faultline, also Bruchlinie, ermutigen die Mitglieder anscheinend zum „Sozialen Faulenzen“. Denn Erfolge werden dem gesamten Team, also auch den ungeliebten „Anderen“ zugeschrieben. Und eine Subgruppe bietet Sicherheit, hinter der man sich verstecken kann.

Teamzusammenhalt erfolgreich stärken

Doch die Gefahr einer Sollbruchstelle im Team sollte keinesfalls dazu führen, wieder zu Teams aus lauter alten weißen Männern zurückzukehren! Vielfalt ist eine Bereicherung – wenn man die Gefahr der Faultine kennt und weiß, sie zu umgehen. Wirtschafts-, Arbeits- und Organisationspsychologen wie Carsten C. Schermuly, Franziska Schölmerich, Bertolt Meyer und Simone Kauffeld forschen bereits an der Frage, wie sich die Diversity Faultline abschwächen lässt. Entscheidend ist ein transformationaler Führungsstil und eine gemeinsame Vision, die auf Diversitätsüberzeugungen basiert. Wenn Führungskräfte außerdem diese Tipps beachten, steht dem Winning Team mit vielfältiger Besetzung nichts mehr im Weg:

  1. Gemeinsamkeiten betonen: Ein gemeinsames Ziel überbrückt Unterschiede im Team und sorgt dafür, dass alle an einem Strang ziehen.
  2. Überzeugte Mitarbeiter auswählen: Die Diversitätsüberzeugung der Team-Mitglieder hat einen positiven Effekt auf den Erfolg des Teams.
  3. Positive Erfahrungen fördern: Sorgen Sie für den Erfolg gemischter Teams und kommunizieren Sie ihn im Unternehmen. Heben Sie die Menschen und Ihre Leistungen in den Vordergrund.
  4. Vorbild sein: Reflektieren Sie Ihre eigenen Diversitätsüberzeugungen im transparenten Dialog mit KollegInnen und MitarbeiterInnen.

Lassen Sie sich nicht von Problemen bei der Besetzung heterogener Teams beeindrucken. Arbeiten Sie an der Umsetzung von Diversity – und formen Sie so Ihr Winning Team.

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Der Beitrag wurde verfasst von Andrea Mollenhauer, Partner der mmc AG.

 

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