Vertrauen steigern, Unternehmen zum Erfolg führen

Erschienen am: 19. September 2017

Wenn man Top-Manager befragen würde, würde Vertrauen auf der Rangliste der prägenden Marktprinzipien sicherlich nicht auf dem ersten Platz erscheinen. Wettbewerb und Kosten nähmen hier wohl die Spitzenpositionen ein. Nichtsdestotrotz setzt sich in den Führungsetagen zunehmend die Erkenntnis durch, dass Vertrauen ein essenzieller Bestandteil moderner Personalführung ist und damit einen entscheidenden Beitrag zum nachhaltigen Unternehmenserfolg leistet. Ob Vertrauen vorhanden ist, ist damit entscheidender Erfolgsfaktor. Aber wie lässt sich Vertrauen steigern?

Umbrüche führen zu Unsicherheit – Vertrauen wird umso wichtiger

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Wenn Mitarbeiter Vertrauen haben, steigt der Erfolg. (Bild: Markus Mainka – fotolia.com)

In Zeiten des Umbruchs, wie wir sie derzeit durch Megatrends wie Globalisierung und Digitalisierung erleben, steht vieles von dem was wir kennen, auf der Kippe. In Geschäftswelt und Berufsleben ereignen sich gravierende Umwälzungen, und das sowohl auf den Märkten als auch innerhalb der Unternehmen.

Unternehmensextern verändern sich Marktbedingungen, Berufsbilder verschwinden, Qualifikationen werden infolge der Digitalisierung wertlos – dafür andere umso wichtiger. Innerhalb von Unternehmen werden Strukturen um-, auf- und abgebaut, neue Positionen werden geschaffen, andere verschwinden dafür. Transformationsprozesse krempeln ganze Unternehmen um und sorgen damit dafür, dass Altbekanntes sich ändert.

Egal, ob man Gewinner oder Verlierer solcher Umbruchprozesse ist: Zunächst einmal herrscht Unsicherheit – und diese lähmt oftmals. Nicht gerade die beste Voraussetzung für zufriedene, produktive und leistungsfähige Mitarbeiter.

Nur wer sich sicher fühlt, kann Höchstleistungen bringen

Gerade weil sich sowohl in der Umwelt als auch innerhalb von Unternehmen so vieles verändert, ist Vertrauen

  • zwischen Führungskräften und Mitarbeitern
  • zwischen Geschäftspartnern
  • der Mitarbeiter zum Unternehmen insgesamt (Systemvertrauen)

heute wichtiger denn je. Fehlendes Vertrauen wirkt sich unmittelbar negativ auf die Unternehmensperformance aus: Transformationsprozesse lassen sich schlechter anstoßen und durchführen, wenn Misstrauen seitens der Mitarbeiter vorherrscht („Die da oben wollen meinen Job wegrationalisieren“). Innovationen lassen sich schlechter anstoßen, weil erstens Kreativität in einem Klima der Angst nur schlecht gedeiht und Menschen sich zweitens lieber an das klammern, was sie haben, wenn sie nicht auf die Zukunft vertrauen können.

Vertrauen messen?

Auch wenn Wirtschaftsmagazine derzeit eine Renaissance des Bauchgefühls in Management-Entscheidungen ausrufen, sind Zahlen und messbare Indikatoren noch immer wichtig. Vertrauen wird als so genannter „weicher Faktor“, dessen Messung und Fassung in Zahlen und Indikatoren schwierig ist, daher oft gar nicht wahrgenommen, wenn es um die Verbesserung von Unternehmensprozessen und Führungsverhalten geht. Dabei zeigen Unternehmensbeispiele, wie gezielte Arbeit an Merkmalen der personalen Vertrauensbeziehungen im Unternehmen und an Indikatoren des Systemvertrauens nachhaltig den Erfolg steigern, wie das Trust Management Institute  an konkreten Unternehmensbeispielen zeigen kann.

So lässt sich im Unternehmen Vertrauen steigern

Vertrauen ist immer mit einem Risiko verbunden: Am Anfang steht ein Vertrauensvorschuss, der sich auszahlen muss – der aber auch enttäuscht werden kann. Gerade weil es risikoreich ist, zu vertrauen, muss hier die Führungsebene den ersten Schritt tun, und ihren Mitarbeitern einen Vertrauensvorschuss gewähren.

Damit sich Vertrauen steigern lässt, sind eine transparente Informationspolitik und die Einbeziehung von allen Beteiligten in strategische Unternehmensentscheidungen notwendig. Nur wenn ein kooperatives Arbeitsklima innerhalb der Firma vorherrscht, kann sich das sogenannte Systemvertrauen ausbilden und steigern.

Gift für das Vertrauensklima ist dagegen übertriebene Kontrolle. Die Einführung von immer ausgefeimteren Kontrollmechanismen führt letztlich nur zu einer Kultur des Misstrauens und der Überwachung. Hinzu kommt, dass die Kontrolle immer aufwendiger wird: Denn je komplexer Prozesse, Strukturen, Produkte und Arbeitsabläufe werden, desto schwieriger wird es auch sie zu kontrollieren. Vertrauen als menschliche Qualität ist daher die angenehmere, effizientere und günstigere Alternative. Das schließt Kontrollmöglichkeiten nicht aus, aber sie müssen immer den Mitarbeitern zur Selbststeuerung zur Verfügung stehen, als Beweis des Vertrauens in ihr eigenverantwortliches Engagement.

Der Beitrag wurde verfasst von Prof. Dr. Tom Sommerlatte, Vorstandsvorsitzender des Trust Management Instituts e.V. und Aufsichtsrat der mmc AG.

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