Transparenz, Kommunikation und Berechenbarkeit

Erschienen am: 5. Mai 2014

Prof. Dr. Rainer Klump, Professor für Volkswirtschaftslehre und Vizepräsident an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie Präsident des deutsch-französischen Vereins „Freunde und Förderer der Maison Heinrich Heine“, hat mit AGITANO im Vorfeld des Trust-Events zum Thema „Vertrauen in Organisationen“ gesprochen. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 15. Mai 2014, von 18:00 Uhr bis 21:30 Uhr, unter dem Titel „Vertrauenskulturen in Frankreich und Deutschland: Was bewirken sie heute und morgen?“ in Frankfurt am Main statt.

Interview mit Prof. Dr. Rainer Klump, Goethe-Universität

Prof. Dr. Rainer Klump, Goethe Universität, Interview

(c) Bild: Prof. Dr. Rainer Klump

Schönen guten Tag Herr Prof. Dr. Klump, bitte stellen Sie sich kurz vor.

Ich bin seit 2000 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität, Ko-Direktor des Frankfurter Merton-Zentrums für Europäische Integration und Internationale Wirtschaftsordnung und Mitglied im Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goehte-Universität. Darüber hinaus bin ich Präsident des deutsch-französischen Vereins „Freunde und Förderer der Maison Heinrich Heine.“

Ich freue mich sehr, dass der Trust-Event an der Goethe-Universität im Gebäude des Exzellenzclusters stattfinden kann.

Sie sind Präsident der „Freunde und Förderer der Maison Heinrich Heine“ und Vizepräsident der Goethe Universität. Was waren Ihre Beweggründe, sich beim Trust-Event aktiv einzubringen und mitzumachen?

Die Maison Heinrich Heine in der Cité Universitaire Internationale de Paris ist ein Studentenwohnheim, in dem ich während meiner Studienzeit in Paris gewohnt habe. Seit dieser Zeit engagiere ich mich für die Förderung der deutsch-französischen Freundschaft, so zum Beispiel auch durch die Mitgliedschaft in dem Förderverein. Der Verein möchte durch die Unterstützung der Trust-Events in Frankfurt und Paris für eine intensive Beschäftigung mit den Grundlagen dauerhafter guter Beziehungen zwischen den beiden Ländern werben.

Welche Bedeutung hat für Sie Vertrauensmanagement in Organisationen?

Ohne Vertrauen können Organisationen nicht vernünftig funktionieren, die Kontrollkosten wäre prohibitiv hoch. Umgekehrt können durch gezieltes Vertrauensmanagement die internen Kontrollkosten gesenkt und damit wichtige Wettbewerbsvorteile geschaffen werden.

Sie sind an der Goethe Universität als Vize-Präsident auch in verantwortlicher Stellung. Wie leben Sie Vertrauensmanagement innerhalb Ihrer Universität?

Wie in allen großen Organisationen lebt auch an der Universität das Vertrauensmanagement von Transparenz, Kommunikation und Berechenbarkeit. Wir haben in den vergangenen Jahren versucht, unvermeidbare Einsparungen dadurch für die universitären Einheiten besser verträglich zu machen, dass wir besonders auf diese Punkte geachtet haben. Und wir haben in der Tat erleben können, dass damit Vertrauen geschaffen und der Entscheidungsprozess verbessert wurde.

Der Titel der Veranstaltung lautet „Vertrauenskulturen in Frankreich und Deutschland“. Und wie ich weiß, sind Sie sehr viel in Frankreich. Haben Sie hier – sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld – Unterschiede zwischen Franzosen und Deutschen wahrgenommen? Wenn ja, welche?

Zumindest an den Universitäten in Frankreich ist das Denken in Hierarchien meiner Einschätzung nach bis heute ausgeprägter als in Deutschland. Und natürlich ist der Zentralismus, die Ausrichtung an der Hauptstadt, in Frankreich viel größer als im föderalen Deutschland.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Elemente einer starken Vertrauenskultur in Organisationen und Unternehmen?

Wie schon gesagt, für mich sind das vor allem Transparenz, Kommunikation und Berechenbarkeit.

Herr Prof. Dr. Klump, vielen Dank für das  Gespräch und ich wünsche eine gelungene Veranstaltung am 15. Mai 2014 an der Goethe Universität.

 

Das Interview führte Oliver Foitzik, Herausgeber des Wirtschafts- und Mittelstandsmagazins AGITANO.

 

Trust-Event zum Thema Vertrauen in FFM

Unter dem Titel Vertrauenskulturen in Frankreich und Deutschland: Was bewirken sie heute und morgen?“ diskutieren Experten und Praktiker auf dem Trust-Event in Frankfurt, der am Donnerstag, 15. Mai 2014, von 18:00 Uhr – 21:30 Uhr, stattfindet, über Vertrauen und dessen Management.

Diese Veranstaltung wird das Thema „Vertrauensbildung“ näher beleuchten und aufzeigen, wie Vertrauen zwischen Organisationen und Mitarbeitern entsteht. Dabei wird eine große Rolle spielen, wie Franzosen und Deutsche mit der Vertrauensbildung umgehen und wie dies die Zusammenarbeit von französischen und deutschen Unternehmen und Institutionen beeinflusst.

Zum Interviewpartner

Prof. Dr. Rainer Klump, Professor für Volkswirtschaftslehre und Vizepräsident, Goethe-Universität Frankfurt am Main, geboren 1958, Studium der Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Mainz, Paris I und Erlangen-Nürnberg, Professuren an den Universitäten Würzburg und Ulm, Gastprofessuren in Paris und Lyon, Forschung und Lehre im Bereich Wirtschaftspolitik, Wachstum und Entwicklung, Theoriegeschichte der Volkswirtschaftslehre.

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