Investitionen um jeden Preis? Strategisch denken heißt auch verzichten!

Erschienen am: 16. November 2017

Wachstum um jeden Preis, das ist viel zu oft die Losung, wenn über die strategische Ausrichtung eines Unternehmens gesprochen wird. Aber auch im Management gilt: Manchmal ist weniger mehr. Unkontrolliertes Wachsen in verschiedene Länder, Sparten, Produktgruppen kann leicht nach hinten losgehen. Warum es manchmal strategisch besser ist, zu verzichten und wie Sie die Geschäftsbereiche identifizieren, in denen sich Investitionen lohnen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Der Wunsch nach Wachstum: Triebfeder unternehmerischen Erfolgs

Unternehmen wollen wachsen, wollen neue Geschäftsbereiche, neue Länder „erobern“. Neue Ideen entstehen, Innovationen werden entwickelt, neue Produkte kommen auf den Markt. Das ist auch gut so: Dieser unternehmerische Mut, die Bereitschaft Risiken einzugehen, indem man Neues ausprobiert sind die Triebfedern der Wirtschaft, der Stoff, der Innovationen auf den Weg bringt. Ohne diesen Mut, den Wunsch nach „Mehr“, Kreativität und Risikobereitschaft stünde es wohl schlecht um unsere Wirtschaft.

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Unternehmen müssen nicht überall präsent sein, wenn sie Erfolg haben wollen. (Bild: © Markus Mainka – Fotolia.com)

Zukunftsorientierte Investitionen

Nur: Muss jedes Unternehmen in jedem Bereich präsent sein? Nein. Denn Wachstum und Investitionen, Mut, Kreativität, Risikobereitschaft und finanzielle Mittel sind Ressourcen, die kluge Manager zielgerichtet einsetzen. Risikobereitschaft bedeutet nicht, blind in alle möglichen potenziellen Geschäftsbereiche zu investieren. Stattdessen ist es die Aufgabe von Unternehmern, Investitionen sorgfältig und strategisch abzuwägen. Denn Unternehmer zu sein bedeutet auch Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern zu übernehmen. Investitionen und strategische Ausrichtung sollten deshalb stets zukunftsorientiert sein – so, dass der Bestand des Unternehmens gesichert ist und Wachstum möglich wird.

Ressourcen sinnvoll einsetzen

Ein Sprinter trainiert nicht so, dass er auch bei der nächsten Schwimm-WM auf dem Treppchen stehen könnte. Sondern er konzentriert sich auf die Muskeln und Fähigkeiten, die er braucht, um möglichst schnell zu laufen. So sollten auch Manager und Unternehmer vorgehen, wenn sie mit ihren Teams die strategische Ausrichtung und Investitionen der nächsten Jahre planen. Denn Strategie ist auch die Kunst des Weglassens.

  1. Fragen Sie sich, welche technischen Fähigkeiten und welches Knowhow im Unternehmen vorhanden sind.
  2. Schätzen Sie möglichst realistisch ab, inwieweit diese Skills ausgebaut werden können.
  3. Auf Basis Ihrer Ergebnisse ziehen Sie Schlüsse in Bezug auf Produktideen und -entwicklungen sowie bezüglich eventueller Expansionsbestrebungen.

Manchmal ist es hart, eine Produktidee nicht weiter zu verfolgen, die anfangs vielversprechend aussah. Vor allem, wenn bereits Investitionen getätigt wurden, fällt es oft schwerer, die Entwicklung einzustellen als einfach weiterzumachen. Doch auch das ist Mut: Sich ein Scheitern einzugestehen und eine Idee ad acta zu legen. Mut, der viel Geld, Zeit und Ärger spart.

Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende

Fail fast and cheap“ ist ein Leitspruch der Startup-Szene: Besser gleich zu Beginn einen Misserfolg eingestehen, bevor zu viel Geld geflossen ist und möglicherweise die Zukunft des Unternehmens auf dem Spiel steht. Weiterer Pluspunkt eines frühen „Aufgebens“: Es werden Ressourcen freigesetzt, die in anderen Bereich sinnvoller investiert sind. So fließen mehr Investitionen, mehr Zeit und mehr Kreativität in Projekte, Sparten und Niederlassungen, die lukrativ sind und das Potenzial haben, noch lukrativer zu werden.

Behalten kann noch teurer werden

Großunternehmen wie Siemens machen es vor: Noch im Januar 2005 betonte Heinrich von Pierer, wie wichtig es sei, dass auch Siemens in dem wachsenden Handymarkt präsent sei. Doch da war der Zug bereits abgefahren. Trends waren verpasst worden, Software-Fehler bereiteten dem Konzern viel Ärger. Ein halbes Jahr später wurde die Handysparte an BenQ verkauft. Ein weiteres Jahr später stellte auch das taiwanische Unternehmen die Mobilfunksparte komplett ein, nachdem der Marktanteil um 40 Prozent eingebrochen war. Nach dem Abstoßen der Mobilfunksparte musste Siemens viel Kritik einstecken. Die Kosten des schnellen Verkaufs: 350 Millionen Euro. Doch die eigentliche Frage lautet: Wie teuer wäre es für Siemens wohl geworden, hätte das Unternehmen die Sparte trotz schlechter Zahlen und mangelhafter Wettbewerbsfähigkeit auf diesem Sektor behalten?

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Der Beitrag wurde verfasst von Andrea Mollenhauer, Managing Partner der mmc AG.

 

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