Gestärkt aus der Krise: Wie Unternehmen jetzt vorsorgen sollten

Erschienen am: 2. Mai 2017

Auf jede Phase des Wachstums folgt eine Phase der Stagnation. Unternehmen, die sich auf die Krise vorbereiten, haben sogar die Chance, davon zu profitieren. Entscheidend ist, nicht erst tätig zu werden, wenn die Zahlen rückläufig sind. Die beständige Weiterentwicklung von Produktpalette und Geschäftsmodell sind Pflicht in Zeiten des globalen Wettbewerbs.

Im Aufschwung auf den Abschwung vorbereiten

Die Wirtschaft in der Bundesrepublik scheint gerade die Oase der Glückseligkeit zu sein. Während es in Rest-Europa nach wie vor kriselt, stehen wir so gut da wie schon lange nicht mehr. Exportüberschüsse, Wachstum, Wachstum, Wachstum und der Dax auf einem Allzeithoch. Anleger und Unternehmer frohlocken angesichts der Zahlen, die Börsennews und Wirtschaftsnachrichten täglich verbreiten – und das alles trotz eines unberechenbaren US-Präsidenten, der am liebsten Mauern bauen und Strafzölle erheben würde. Auch auf die Gefahr hin, gleich zur Spielverderberin abgestempelt zu werden: Das kann nicht ewig so weitergehen! Gerade jetzt müssen Unternehmen Vorkehrungen treffen, damit es sie nicht kalt erwischt, wenn die Wirtschaft schwächelt.

Vorbereitung auf den Abschwung: Das müssen Unternehmen tun

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Jedes Unternehmen hat die Chance, gestärkt aus einer Abschwungphase zu gehen – sofern man richtig darauf vorbereitet ist. (Bild: © gustavofrazao / fotolia.com)

Um eine Durststrecke zu überwinden und sogar gestärkt aus einer Krise hervorzugehen, sehen wir folgende To-Do’s für Unternehmen:

  1. Schaffung einer soliden Kapitalbasis, um Absatzeinbrüche einige Monate lang kompensieren zu können.
  2. Einrichtung eines Frühwarnsystems, an dem der Vertrieb, aber auch Zulieferer beteiligt sind. Regelmäßig sollten hier die Absatz- und Einkaufszahlen kontrolliert werden.
  3. Selbstreflexion und Selbsterneuerung, um in Krisen zu agieren statt zu reagieren. Nur wer sein Geschäftsmodell und seine Produktpallette beständig überprüft und auf Zukunftsfähigkeit hinterfragt, kann in der Krise gestalten statt zum Getriebenen zu werden.

In den meisten Unternehmen verläuft das Wachstum nach folgendem Muster: Produkte werden entwickelt, kommen auf den Markt, werden verbessert und gewinnen Marktanteile. Kommt es nun zu einer Krise und der Absatz bricht ein, so ist das gleichzeitig die Chance für die Konkurrenz, Marktanteile wegzuschnappen. Unternehmen, die kontinuierlich auch in Produktinnovationen und neue Geschäftsmodelle investiert haben, stehen in diesem Wettbewerb weitaus besser da. Es gilt, auch in wirtschaftlich rosigen Zeiten die Flexibilität zu wahren und auf die Zukunft zu setzen.

Was Kunden wollen

Die Basis dafür ist kontinuierliche Marktforschung. Unternehmen tun gut daran, sich nicht auf ihren Lorbeeren auszuruhen, sondern beständig an ihrer Weiterentwicklung und Neuausrichtung zu arbeiten. Deshalb müssen sie sich immer wieder fragen: Welche Probleme haben unsere Kunden? Wie können wir sie lösen? Wichtig dabei ist, nicht im Nebel herumzustochern und Interpretationen zu liefern. Unternehmen müssen auf die Straße gehen und mit ihren (potenziellen) Kunden reden. Nur auf einer streng empirischen Grundlage lassen sich valide Prognosen erstellen, die dann Produkte mit guten Absatzchancen kreieren.

Gut vorbereitet in die Krise: Chance auf Neubeginn

Eine Krise birgt auch immer das Potenzial für einen Neuanfang. Das gilt auch in Unternehmen: Eine Krise und rückläufige Absatzzahlen sind die Chance, Marktanteile zu gewinnen. Das gelingt aber denjenigen Unternehmen besser, die auf eine Krise gut vorbereitet sind und nicht erst aktiv werden, wenn es schon fast zu spät ist. Vor allem in R&D muss kontinuierlich Geld fließen. Wenn dann tatsächlich stagnierende oder rückläufige Zahlen in den Bilanzen auftauchen, gilt es alle Kräfte für Vertrieb und Marketing sowie Beschaffung zu mobilisieren. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten werden alle Unternehmen geschwächt. Von dieser Schwächung profitieren diejenigen, die vorgesorgt haben – und gehen gestärkt aus der Krise hervor.

Der Beitrag wurde verfasst von Andrea Mollenhauer, Partner der mmc AG.

 

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