Digital Employer Branding – Gezielter Einsatz von Web 2.0 und Social Media im Personalbereich

Erschienen am: 6. März 2014

Oliver Foitzik

(c) Oliver Foitzik, mmc AG

Das Thema Digital Employer Branding bekommt im Zeichen des Internets und der sozialen Medien einen immer höheren Stellenwert. Oliver Foitzik, mmc Partner und Experte für Marketing, Kommunikation & Neue Medien, schreibt im heutigen Beitrag über den richtigen Einsatz der eigenen Arbeitgebermarke in den neuen Medien.

Die Welt verändert sich durch das Internet …

Über 4 Milliarden Videos wurden in 2012 monatlich auf Youtube angeschaut. Und täglich kommen über 50.000 neue Videos hinzu. 2/3 der globalen Internetbevölkerung besucht regelmäßig Soziale Netzwerke. Mit 41,1 Mio. Minuten belegt Facebook 9,9 % der gesamten Surfzeit weltweit in 2012. Der ø-Facebook-User verbringt am Tag fast eine Stunde auf Facebook. Studenten verbringen einen Großteil ihrer Freizeit in den sozialen Medien, wie Facebook, Twitter, Pinterest, Instagram & Co.

… auch im Personalmarketing und Recruiting!

Neben den klassischen Aktionsfeldern wie Kommunikation mit Kunden, Vermarktung von Produkten etc. nutzen heute Unternehmen verstärkt das Internet für die Suche und das Anwerben neuer Mitarbeiter. Rund 72% aller Neueinstellungen in 2009 liefen bereits über das Internet. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist diese Zahl weiter gestiegen.

"Neue" HR-Werte stehen im Fokus

„Neue“ HR-Werte stehen im Fokus

Die neuen Möglichkeiten und veränderten Rahmenbedingungen zwingen Personalabteilungen dazu, sich mit Web 2.0 und Social Media aktiv und bewußt auseinanderzusetzen, eine eigene auf diesen Bereich abgestimmte HR-Strategie zu entwickeln und „neue“ HR-Werte zu leben.

Der Fachbegriff ist Digital Employer Branding und bedeutet, dass sich Unternehmen insgesamt als attraktive Arbeitgeber darstellen und sich von anderen Wettbewerbern im Arbeitsmarkt positiv abheben – und dies unter Einbezug der Neuen Medien. Das Ziel besteht darin, aufgrund der erhofften Marketingwirkung die Effizienz der Personalrekrutierung als auch die Qualität der Bewerber dauerhaft zu steigern. Außerdem sollen qualifizierte und engagierte Mitarbeiter durch eine höhere Identifikation und durch den Aufbau einer emotionalen Bindung langfristig an das Unternehmen gebunden werden. (Quelle: Wikipedia)

Der gesamte Personalprozess muss die „neue Welt“ (neben der „alten“ Welt) berücksichtigen, um Chancen gezielt zu nutzen und Risiken (frühzeitig) zu minimieren. Hier gilt es abzuwägen, was man mit Web 2.0 machen kann, was man möchte, in welcher Form und wie es für die eigenen Belange eingesetzt werden kann und sollte. Es erfordert einerseits einen teilweise hohen, zusätzlichen Aufwand und bietet andererseits viele Chancen im „Kampf um die besten Mitarbeiter“.

Das Unternehmen und das Personalmanagement müssen sich neu ausrichten!

– Personalmarketing und Recruiting müssen sich an der Unternehmens- und Kommunikationsstrategie orientieren.
– Es ist wichtig, dass der richtige Mix zwischen „online, print und offline“ gestaltet wird, also zwischen traditionell und modern / neuartig.
– Nicht jede Plattform ist für Personalmarketing, Employer Branding und Recruiting geeignet. Finden Sie die richtige Plattform für Ihr Unternehmen.
– Modernisieren Sie Ihre Internetpräsenz und setzen Sie neue Medien gezielt ein: Blogs, Wikis, Videos, Podcasts, …
– Binden Sie bereits heute den Führungskräftenachwuchs von morgen.
– Denken Sie über eine ganzheitliche Veränderung im Personalmanagement nach!

Zentrale Fragen für Unternehmen zum Personalmarketing und Recruiting im Kontext Web 2.0

Jedes Unternehmen muss sich zentrale Fragen stellen: Bin ich im Internet mit einer Unternehmens- und Bewerberpräsenz vertreten? Wie attraktiv ist diese? Sind unsere Darstellungen und Argumentationen stimmig? Was muss ich machen, damit diese interessanter wird? Erreichen wir damit die richtigen Leute? Wie können Bewerber mit uns in Kontakt treten? Nutzen wir soziale Netzwerke und andere Web 2.0 Plattformen? Was machen wir, um Fans und Followers zu gewinnen? Sind unsere Mitarbeiter im Netz aktiv? Sind unsere Mitarbeiter im Internet Botschafter für das Unternehmen? Gewähren wir einen Einblick in den Arbeitsalltag? Wenn ja, wie sieht dies aus? Wie können wir uns noch attraktiver vorstellen? Was denkt die (Bewerber-) Zielgruppe über uns als Unternehmen? … und viele mehr.

Start für ein Digital Employer Branding Projekt

Für Unternehmen kann es unterschiedliche Startpunkte für ein Digital Employer Projekt geben:

– Optimierung des Personalprozesses – unter Berücksichtigung von Web 2.0 Elementen
– Arbeitgeberauftritt im Internet + Internet Präsenz 360 Grad
– Personalmarketing – Status, SWOT, Möglichkeiten, Maßnahmen
– Personal-Recruiting und neue Recruitingwege.

Wichtig ist, dass Sie sich eine Basisstrategie und ein Konzept zum Start erstellen und im Kleinen starten. Machen Sie Ihre Erfahrungen und passen Sie darauf aufbauend Ihr Konzept regelmäßig an.

(OFO)

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